20210805 Mikkeli Infantriemuseum

[[Logbuch]], [[Finnland]], [[Geschichte]]

Die Stadt ist auch auf den zweiten Blick nicht viel ansprechender, mal so völlig subjektiv angemerkt.
Aber das heute besuchte Infantrie Museum ist interessant.
Schwerpunkt liegt in der Zeit zwischen Winterkrieg und Ende des zweiten Weltkrieges. Es geht um Unabhängigkeit und Befreiung.
Die Beschriftungen durchgängig in finnisch, karger Übersichtszettel in englisch und dazwischen Ausstellungsstücke mit deutscher Beschriftung.
Wer hat da eigentlich wann gegen wen gekämpft!?
Die Abfolgen der Jahreszahlen, Frontverläufe und Bezeichnungen wollen irgendwie nicht in den vertrauten Ablauf in Kurzform von:
1939: Nazi-Deutschland expandiert per Krieg in alle Richtungen und wird von den Alliierten in gemeinsamer Anstregungen in die aktuellen Grenzen zurückgedrängt.
1945: 1000 jähriges Reich erfolgreich auf 6 Jahre gestutzt

Aber wir haben ja Internet dabei und dank Wikipedia & Co. wird der verwirrende Aufbau der Ausstellung verständlicher.
In Finnland sind die Fragen nach Täter, Opfer, Freund und Feind noch unübersichtlicher.

– 1939 griff die Sowjetunion Helsinki an. Im sogenannten „Winterkrieg“ 1939/40 tat sich die Rote Armee schwer, das kleine Nachbarland zu besiegen.
– 1940 musste Helsinki schließlich Frieden schließen und Teile Kareliens an Moskau abtreten.
– 1941 Finnland erobert Karelien mit Hilfe der Deutschen zurück
– 1944 Finnland schliesst Frieden mit der Sojetunion und die Deutschen haben Finnland zu verlassen. Damit befanden sich die ehemaligen Verbündeten im Krieg. Vor allem die Zivilbevölkerung hatte darunter zu leiden, dass die Deutschen einen Rückzug nach dem Prinzip der „verbrannten Erde“ praktizierten.

Waren die Finnen Verbündete der Nationalsozialisten?

Es ist komplex.
Mit dem Hintergrund wird die Ausstellung verständlicher.
Da ist man einen Pakt mit dem einen Teufel eingegangen, um sich den anderen Teufel vom Hals zu halten.

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