20210906 Vasa

6.9.2021, Stockholm

Einen Tag länger wie geplant in Stockholm geblieben. D
Der am Sonntag früh ergatterte Stellplatz im Zentrum, am Hafenbecken, war einfach zu gut gelegen.
Schon am Nachmittag waren alle Plätze besetzt und viele Womos kreisten wie die Geier durch Strassen auf der Suche nach einer frei werdenden Lücke.

Nach viel Strassenwanderei blieb nun Zeit für das Vasa-Mueseum.

Vom letzten Besuch des Museums, irgendwann um 1977, hatte ich noch ein Holzwrack in einer grossen dunklen Halle in Erinnerung.
Sah aus, als wenn jemand die Wasserberieselungsanlage ausgelöst hatte, ein grosser Holzhaufen im Nieselregen.

Es brauchte schon viel Phantasie um den nassen Holzhaufen als bedeutendes Kriegsschiff einer Epoche zu sehen.
Sicherlich wurde damals der Nieselregen erklärt, Konservierungsprozess, und auch die tragische Symbolik, des auf der ersten Fahrt gekenterten Stolzes der Kriegsmarine.
Aber als Eindruck in der Erinnerung blieb der nasse Holzhaufen.

Das Schiff ist im aktuellen Zustand als Schiff zu erkennen.
Audioführer und Schautafeln erklären Zusammenhänge von der Bautechnik, Lebensbedingungen der Besatzung bis zu den Ursachen der Kenterung.
Zu wenig Ballast und Toplastig durch die beiden Kanonendecks, ist die aktuelle Ursachendarstellung.
Von damals, 1977, war da noch was von zu viel Luxus, repräsentativer Dekoration und Figuren, als Erklärung für die unerwartete Kenterung mit anschliessendem zügigen Tauchgang in Erinnerung.

Luxus, über vierhundert Mann hausten auf solchen Schiffen.
Das Risiko dort durch Mangelernährung und Krankheit das Leben zu verlieren war gross, die Gelegenheit dazu beim Austausch von Kanonenkugeln in chaotischen Seeschlachten dagegen gering.
Selbst die Kajüte vom Kapitän würde nach Maßstäben der Neuzeit kaum einen Bewertungsstern bekommen.
Lieber heute einfacher Tourist in der Holzklasse, als damals Oberklasse auf so einem Schiff.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.