20220203 Toller Hobbyraum

3.2.2022, Golega

Gleich nach dem Frühstück zu der gestern entdeckten Villa.
Ein imposanter Bau, eine Mischung aus gotischem und maurischem Stil.
Die obere Etage eine Konstruktion aus Glas und Stahl. Wie ein kleiner viktorianischer „Crystal Palace“ von der Weltausstellung 1851 in London.

Bei der Führung durchs Gebäude wurde dann verständlich, woher der Eindruck entsteht.
Dies ist kein Wohnsitz eines Landadligen, es ist ein Gebäude zum Fotografieren.

Der Wohnsitz nebenan ist vor Jahrzehnten abgebrannt. Ein schicker Palast nur für das Hobby.
Der Sohn eines Grossgrundbesitzers entdeckte die Fotografie kurz nach der Erfindung als weitere Beschäftigung neben Reiten,Fechten, Stierkampf und was man sonst so treibt.
Zunächst lies er ein kleines Atelier mit Glasdach bauen. Für die Belichtung brauchte es viel natürliches Licht. Die teuren Holzkisten mit Glaslinse brauchten viel Licht zur Herstellung der Negative. Eine Kamera kostetet etwa das Jahresgehalt eines Arbeiters.
Dann konstruierte er ein mehrstöckiges Gebäude nach den Anforderungen seines neuen Hobbys.

  • Im Keller dunkle Räume für die Entwicklung der belichteten Metallplatten, später Glasplatten
  • Im ersten Stock Büro, Wartezimmer und Bibliothek.
  • Darüber dann das verglaste Dachgeschoss für Photographie oder besser Daguerreotypie

Der damals neue, wegweisende Einsatz von starken, schmiedeeisernen Streben und Glas erlaubte große und offene Spannweiten.

In Botanischen Gärten und Orangerien war so ungehindertes Pflanzenwachstum in Licht und Wärme möglich.
Hier wurde diese Konstuktionsform genutzt,  um möglichst viel Licht für die Aufnahmen zu gewinnen.

In Portugal ist der Fotograf Carlos Revlas  „weltbekannt“.

Zum Gebäude finden sich bisher fast nur portugiesische Seiten.

ein paar Quellen:

www.cm-golega.pt <www.cm-golega.pt/>
www.casarelvas.com/ <www.casarelvas.com/> (im Umbau)

www.cm-golega.pt/concelho/turismo/item/196-relvas <www.cm-golega.pt/concelho/turismo/item/196-relvas>

2.2.2022 Golegã

am 2.2.2022 fühlt man sich irgendwie gedrängt endlich mal wieder in dieses Blog zu schreiben.

Natürlich ausgerechnet heute an einem völlig unbedeutendem Ort.
Das Wetter ist schön, das nasskalte Winterwetter ist weit weg.

Prima so weit.
Der Stellplatz ist auch prima.
Weitläufig, nur 4 weiter Wohnmobile verteilen sich auf der grossen Wiese zwischen Bäumen.

Aber der angrenzende kleine Ort löst keine Begeisterung aus.

Wenn man Pferde-Fan ist, ein besonderer Ort!

Jährlich im November ist Golegã Schauplatz eines grossen Festes

Zum Sankt-Martins-Markt _(Feira de São Martinho)_ um den 11. November Martinstag treffen sich die Liebhaber portugiesischer Pferde zur _Feira Nacional do Cavalo_ in Golegã. Die auch _Feira Internacional do Cavalo Lusitano_ bezeichnete Pferdeschau findet seit dem 17. Jahrhundert jährlich statt und begründete den Ruf des Ortes als überregional bekannte Pferdestadt
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Alljährlich findet hier mit der _Feira Nacional do Cavalo_ ein überregional bekanntes Reitfest mit Ausstellung und Messe statt. Golegã ist ein Hauptort der Pferdezucht der portugiesischen Pferderasse Lusitano.  Quelle: Wikipedia

Aber nun haben wir Februar und ich bin kein Pferde-Fan.

Nach der alten Regel, frühestens am 3 Tag über einen Ort urteilen, gehts auf die Suche nach interessanten Ecken.

Nach viel Pflastertreterei kreuz und quer zwischen zweistöckigen Wohnbauten durch enge Strassen ohne erkennbares Zentrum.
Kapitulation. Es gibt ein imposantes Gebäude, Jugendstilvilla mit Austellungen eines Fotografen. Googeln was das ist.
Wie ist die hierher gekommen?

Auf dem Rückweg, kurz vor dem Stellplatz, noch einen kleine Platz vor der Kirche samt nettem Cafe,

aber geschlossen.

Und eine offene Toreinfahrt zu einem Hof.

Morgen neuer Anlauf, sind ja erst den 2. Tag hier !